AWO- Mitarbeitende protestieren mit Initiative „Geesthang erhalten“ gegen Baupläne

Statt Vogelgezwitscher und dem Rauschen der Baumwipfel hört man am 17. Juni am Waldkindergarten Bergedorf viele aufgeregte Stimmen: Mitarbeitende der AWO-Kita, Kita-Eltern sowie Anwohner*innen der angrenzenden Rotenhauschaussee sind an diesem Tag zusammengekommen, um zu protestieren. Denn die Waldkita inklusive angrenzendem Naturschutzgebiet wird durch den Bau eines Autobahnzubringers bedroht. Mitarbeitende und Besucher*innen der Waldkita machen ihrem Ärger Luft: Es sei unfassbar, dass solch ein schöner Ort wie die Kita und der angrenzende Wald einer Straße weichen soll. Auf Plakaten ist zu lesen: „Waldkita, Natur und Grünzüge erhalten!“ und „Alternativen finden!“

Da die Bergedorfer Innenstadt stark verkehrsbelastet ist, fordert die Koalition von SPD, GRÜNEN und FDP eine Umgehungsstraße, um den Ortskern zu entlasten. An der geplanten Route liegt die AWO Waldkita Bergedorf. Für die Straße müsste außerdem das Waldgebiet Geesthang zerstört werden. Dagegen regt sich natürlich Widerstand, denn der Autozubringer durch den Geesthang würde das Aus für die Waldkita bedeuten. Besonders schlimm findet Kita-Leiterin Maret Brunnert, dass ausgerechnet die Grünen ein solches Projekt unterstützen.

Sie fragt in einem Schreiben an die Bezirksversammlung: „Haben sie geprüft, ob die vorhandene Infrastruktur effektiver genutzt werden kann, beispielsweise durch Stärkung des ÖPNV und Ausbau der Fahrradwege?“ Und weiter: „Ich weiß nicht, wie ich unseren Waldkindern erklären soll, dass so viel Natur und unsere Kita weichen müssen, damit der Autoverkehr besser fließen kann.“

Kita-Bereichsleiter Helge Jaschke unterstützt den Widerstand gegen die geplante Umgehungsstraße: „Eine Schließung wäre fatal für viele Familien mit ihren Kindern sowie für unsere Mitarbeiter*innen, die seit vielen Jahren dort eine engagierte und professionelle Arbeit leisten und diesen Ort zu etwas ganz Besonderem machen.“

Die Waldkita Bergedorf besteht seit 1997 und war damals einer der ersten reinen Waldkindergärten im Hamburger Raum. Knapp 50 Kinder spielen, klettern und toben jeden Tag im Wald, der vor allem für Kinder mit besonderem Förderbedarf eine ideale Umgebung für eine gute Entwicklung ist.

Gegen die Pläne der Ampel-Koalition formiert sich breiter Widerstand. Neben AWO-Mitarbeitenden protestieren auch Anwohner*innen und Kita-Eltern gegen das Bauprojekt. Kurzfristig wurde die Initiative „Geesthang erhalten!“ gegründet, die mit weiteren Aktionen für Waldkita und Naturschutzgebiet kämpfen möchte.