Notunterkünfte für rund 450 Menschen | AWO bittet um Spenden

Millionen Menschen suchen Schutz vor dem russischen Angriffskrieg und fliehen aus der Ukraine. Vor allem in Nachbarländer, wie Polen, aber auch nach Deutschland. Tausende sind bereits in Hamburg angekommen. Nachdem zunächst viele privat bei Verwandten oder Freunden unterkommen konnten, müssen auch viele in öffentlichen Unterkünften untergebracht und versorgt werden. Die AWO Hamburg hat der Stadt sofort ihre Hilfe angeboten: Im ehemaligen Seniorenzentrum Hagenbeckstraße und im ehemaligen „Haus Billetal“ in Mümmelmannsberg haben Schutzsuchende aus der Ukraine kurzfristig eine Unterkunft erhalten. Beide Gebäude standen zu Kriegsbeginn zumindest teilweise leer und wurden jetzt reaktiviert.

Das Seniorenzentrum „Haus Billetal“ war erst bis Ende des vergangenen Jahres geräumt worden, die SAGA wollte das Gebäude eigentlich abreißen und an gleicher Stelle ein neues Gebäude, auch mit zeitgemäßen Betreuungs- und Pflegeangeboten, errichten. Jetzt hat sie diese Pläne verschoben und das Gebäude als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge zur Verfügung gestellt. Im April sind in die Einzimmer-Appartements die ersten Menschen eingezogen, darunter Mütter mit ihren Kindern sowie auf einer eigenen Etage auch Pflegebedürftige und Menschen mit Handicap. Rund 350 Menschen können hier untergebracht werden. Die AWO Hamburg betreibt die Unterkunft im Auftrag des städtischen Unternehmens „Fördern und Wohnen“ und betreut die Schutzsuchenden, dazu gehört auch die Versorgung über eine Zentralküche. Eine der Bewohnerinnen ist Tamara Fedoraka, die zusammen mit ihrem Mann aus der Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine geflohen ist:

„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt im Haus Billetal sind. Ich bin glücklich hier, denn alle sind sehr lieb zu uns.“

In den leerstehenden Teil des früheren Seniorenzentrum Hagenbeckstraße in Eimsbüttel konnten ebenfalls rund 100 Schutzsuchende aus der Ukraine einziehen. Vor allem Mütter mit ihren Kindern werden hier von der AWO betreut, auch hier im Auftrag von Fördern & Wohnen. Da die Einrichtung über mehrere Küchen verfügt, ist hier geplant, dass sich die Bewohner*innen im weiteren Verlauf auch selbst versorgen. Das ermöglicht den Geflüchteten zumindest ein kleines Stück selbstbestimmtes Alltagsleben und Beschäftigung in dieser für sie schwierigen Zeit.

Jutta Blankau, Präsidiumsvorsitzende der AWO Hamburg:

„Angesichts des unfassbaren Leids, das der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf das souveräne Nachbarland Ukraine auslöst, sieht die AWO Hamburg es als ihre humanitäre Pflicht an, schnelle Hilfe für schutzbedürftige Menschen anzubieten. Wir freuen uns sehr, dass wir dabei auf die Kompetenz und langjährige Erfahrung unserer Mitarbeitenden in der Betreuung, Beratung und Pflege zurückgreifen können und auch Freiwillige sich hier engagieren wollen.“

In der Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten hat die AWO Hamburg bereits langjährige Erfahrung. Dazu gehört neben dem erfolgreichen Betrieb von Erstunterkünften und einer Folgeunterkunft (in Rissen) auch die auch die vielsprachige Beratung im Rahmen der Integrationsarbeit von AWO AQtivus sowie die langjährige Kompetenz der AWO in der Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie Pflegebedürftiger unterschiedlicher Herkunftsländer. Ukrainisch sprechende Mitarbeiter*innen und Freiwillige gehören zum Team der AWO und helfen so auch die Sprachbarriere zu überwinden.

Spenden für Geflüchtete aus der Ukraine

Wer die Arbeit der AWO Hamburg für die schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine unterstützen möchte, kann das auch mit einer Spende tun. Die AWO freut sich über jeden Beitrag, mit dem das Ankommen in einer fremden Stadt für die Schutzsuchenden angenehmer gestaltet werden kann.

Hier geht es direkt zum Spendenformular der AWO Hamburg

Spendenkonto:
IBAN: DE69 2512 0510 0006 4463 01
BIC: BFSWDE33HAN
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: „Geflüchtete aus Ukraine“

Auch AWO International ist in der Ukrainehilfe aktiv. Mehr dazu unter www.awointernational.de.