Wie kann der Sozialstaat zukunftsfähig gestaltet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Diskussionsveranstaltung „AWO im Gespräch“, bei der Vertreter*innen der AWO mit Susanne Nicolaus, Leiterin des Amtes für Soziales, vor dem Hintergrund der Sozialstaatsreform debattierten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Petra Lotzkat, Präsidiumsvorsitzende der AWO Hamburg.
Einigkeit herrschte bei der Analyse, dass ein leistungsfähiger Sozialstaat mehr bedeutet, als nur die Auszahlung von Geldmitteln. Er schafft Sicherheit, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und stärkt das Vertrauen in Staat und Demokratie. „Nur wenn wir den sozialen Zusammenhalt stärken, können wir auch die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und Demokratie sichern“, so Michael Groß, Vorsitzender des Präsidiums des AWO Bundesverbandes.
Gleichzeitig wurde kritisiert, dass der Zugang zu sozialen Leistungen für viele Menschen zu kompliziert ist und dass Zuständigkeiten häufig auf verschiedene Behörden verteilt sind. Susanne Nicolaus betonte: „Wir müssen als Staat sicherstellen, dass Menschen verstehen, auf welche Leistungen sie Anspruch haben und dass diese dann auch schnell und zuverlässig ausgezahlt bekommen.“
Die geplante Sozialstaatsrefom soll unter anderem Leistungen bündeln und setzt dafür auf mehr Digitalisierung, was grundsätzlich von den Podiumsgästen begrüßt wurde. Allerdings wurde auch angemerkt, dass, obwohl die Digitalisierung viele Vorteile biete, trotzdem immer noch persönliche Ansprechpartner und Beratungsstellen von Nöten seien.
Am Ende richtete Horst Emmel, stellvertretender Präsidiumsvorsitzender der AWO Hamburg, noch einmal den Blick auf den einzelnen Menschen: „Die Menschen müssen wieder das Gefühl haben, dass sie auch in schwierigen Situationen auf die Solidarität des States setzen können.“



